Argumentationen-Details

Kleingärten brauchen keinen Wohnungsbauvorhaben weichen

Nachricht eingetragen am:  

Die Kleingartenflächen in unserem Bezirk werden vermutlich bis 2025 nicht für Wohnungsbau benötigt. Das war die wichtigste Aussage bei dem Besuch der SPD-Fraktion bei den Gartenfreunden Treptow am 15. April 2013. Baustadtrat Rainer Hölmer und die SPD-Fraktion sehen bei den derzeitigen Flächenpotenzialen in unserem Bezirk keine Notwendigkeit bis 2025 Kleingartenflächen für den Wohnungsbau zu beanspruchen.



Bildquelle: SPD-Fraktion in der BVV Treptow-Köpenick

Der Bezirk hat in seinen Bebauungsplänen knapp 10.000 Wohneinheiten vorgesehen. Dazu kommen viele Baulücken, wo Wohnungsbau möglich ist. Das ist mehr, als von Treptow-Köpenick in der aktuellen Bevölkerungsprognose für Berlin erwartet wird. Treptow-Köpenick kann daher Zuzugsbezirk bleiben ohne Kleingärten aufgeben zu müssen.

Dies hat der Bezirk auch in seiner Stellungnahme an den Senat zum Stadtentwicklungsplan Wohnen mitgeteilt. Da das Land Berlin die Kleingartenflächen am Plänterwald nicht für sozialen Wohnungsbau benötigt kann davon ausgegangen werden, dass diese Fläche aus dem Entwurf des Stadtentwicklungsplanes als kurz- oder mittelfristiger Wohnungsbaustandort gestrichen wird.

Ein weiteres Thema der gemeinsamen Sitzung war die Fortschreibung des Berliner Kleingartenentwicklungsplanes. Nach Ansicht der Gartenfreunde wäre eine Neuschreibung unter dem Gesichtspunkt des Erhalts und der Entwicklung der Kleingartenflächen sinnvoller, als der bisherige Plan, der in der Praxis fast nur als Übersicht über die Schutzfristen dient.

2014 läuft die Schutzfrist von 7 Kleingartenflächen im Bezirk aus und auch hier waren sich die SPD-Fraktion und Gartenfreunde einig, dass z. B. die von der Verlängerung der SOV betroffenen Kleingärten in Späthsfelde, dem sogenannten grünen Dreieck, so lange wie möglich erhalten werden sollen.

Brauchen Kleingärtner eine Imagekampagne?

Den Bewerberzahlen nach zu urteilen: nein. Denn bei über 11.000 Bewerbungen in Berlin und bei 3200 bis 3600 Kündigungen jährlich müssen Interessenten mit 3-6 Jahren Wartezeit rechnen. Vielleicht brauchen sie eher eine stärkere Lobby.

Kleingarten "bilden eine historisch gewachsene, kulturelle, ökologische und soziale Ressource" schreibt der Stadtentwicklungssenator Michael Müller (SPD) in der Senatsbroschüre „Das bunte Grün - Kleingarten in Berlin“. Die SPD Fraktion konnte sich davon überzeugen und wünscht den Treptower Gartenfreunden viel Erfolg bei der Bewerbung zum Landes- und Bundeswettbewerb „Gärten im Städtebau 2014" und bei den weiteren Planungen für die das sich im Entstehen befindliche Gartenzentrum.

Quelle: Infobrief der SPD-Fraktion in der BVV Treptow-Köpenick, Ausgabe 4–2013 Seite 1-2, 23.04.2013

Zurück